Besuch der Langen Nacht der Wissenschaften: ein kleiner Einblick in vier Stationen in Mitte

03.06.2012: Die klügste Nacht des Jahres war für mich wie immer anregend und kurzweilig

Greifkrafttest im DIW (Foto: Christine Kurka)

Am Samstag, 2. Juni 2012, besuchte ich vier Einrichtungen anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften.

Nach der offiziellen Eröffnungsfeier der klügsten Nacht des Jahres mit Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), nahm ich an einer geführten Tour der Charité teil: Die erste Station führt mich zur Schlaganfall-Ambulanz, wo aktuelle Forschungstrends und wirksame Therapieansätze erklärt wurden und mir wieder einmal klar wurde, wie sehr es beim Schlaganfall auf jede Minute ankommt. Die folgende Ausstellung im medizinhistorischen Museum, ebenfalls fußläufig zum Bettenhochhaus der Charité, war ein eindrucksvoller Dreiklang aus Medizin, Kunst und Geologie. Im Anschluss gab es (leider nur) einen Schnelldurchlauf durch das Paul-Drude-Institut für Festkörperelektronik (unser Bus hatte staubedingt Verspätung). Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und erforscht Grundlagen über Halbleiter-Nanostrukturen mit höchster atomarer Präzision. Der Vortragende sprach hier von "device inspiring research", weil die Forschungsergebnisse zu völlig neuartigen Anwendungen führen können. Die vierte Station wählte ich selber und traf meine früheren Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ebenfalls ein Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Spannend war hier der Greifkrafttest. Die Messung der Handgreifkraft mit dem entsprechenden Messgerät ergibt ein verlässliches objektives Gesundheitsmaß und ist als Indikator für die gesamte Muskelkraft gut geeignet, um gesundheitliche Einschränkungen und Krankheiten festzustellen. Ansonsten gab es im DIW eine Reihe spannender Vorträge, u.a. zu Alternativen der unzulänglichen Riester-Rente, Trends und Probleme in der Berliner Stadtentwicklung sowie zu den männlichen Monokulturen in deutschen Führungsetagen.

Alles in allem ein kurzweilig und lohnender Abend, der mir neben anregenden Gesprächen einmal mehr zeigte, wie wichtig es für die öffentlich mit Steuergeldern geförderte Wissenschaft ist, dass sie dem Laien im Sinne eines public understanding regelmäßig aufzeigt, wie "nah am Menschen" doch zumeist geforscht wird.


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