Politik&Biographie: spannende und kurzweilige Lesung mit Anke Martiny
20.04.2015: Die ehemalige Berliner Kultursenatorin war am 15. April 2015 zu Gast in meinem Wahlkreisbüro
Anke Martiny bei meiner Lesung vom 15.04.2015
..."und vor allem muss man jederzeit als voller Mensch leben", so der zumindest ungewöhnliche Titel der absolut lesenswerten Autobiografie, aus der die Genossin Anke Martiny im Bürgerbüro einige Kapitel vorstellte. Den umständlichen Titel hat die Autorin den Gefängnisbriefen Rosa Luxemburgs entnommen. Beiden Frauen war bzw. ist es wichtig, die verschiedenen Rollen des Lebens auszufüllen und sich nicht von einer vereinnahmen zu lassen. Ein gerade auch für Frauen schwieriges Unterfangen. Nicht nur zu Rosas Zeiten.
Über Anke Martiny: Anfang der 1960ger Jahre trat die politikbegeisterte Tochter aus (angabegemäß) "besserem Haus" in die SPD ein und lernte, wie sie selber sagt, durch die Partei, das wirkliche Leben kennen. Bereits 1972 wurde die Feministin als eine von lediglich 29 Frauen in den Bundestag gewählt, wo sie sich, auch parteiübergreifend, für die Rechte der Frauen im damals sehr männerdominierten Politikmilieu ein- und durchsetzte. Siebzehn Jahre später, im März 1989, ging für Martiny ein Traum in Erfüllung und sie wurde im ersten rot-grünen Berliner "Frauensenat" Kultursenatorin in der Regierungsmannschaft um Walter Momper. 1992 bis 1996 arbeitete Martiny als Büroleiterin für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Tel Aviv. Heute bleibt die engagierte sozialdemokratische Bürgerrechtlerin und Feministin dem politischen Leben treu und arbeitet ehrenamtlich im Vorstand von Transparency International Deutschland sowie als eine der fünf Sprecher*innen im Vorstand des Instituts Solidarische Moderne. Ein ausgefülltes und spannendes Leben, das die Autorin an diesem Abend dreißig gebannt zuhörenden Teilnehmer*innen näherbrachte.
Wir danken der Genossin für ihren wunderbar kurzweiligen und mutmachenden Vortrag in unserem Bürgerbüro und ihren Kindern, die ihre Mutter dazu verleiteten, diese tolle Autobiografie zu schreiben.