Hervorragend besuchte Lesung mit Jutta Rosenkranz über das Leben und Werk Mascha Kalekos

30.01.2016: Die 9. Lesung "Politik&Biographie" fand am 28. Januar 2016 in meinem Wahlkreisbüro statt

"Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang, / Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind./ Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? (…) Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur, / Doch mit dem Tod der andern muß man leben."

Mit diesen Worten aus ihrem Gedicht "Memento" lernte die Berliner Autorin und Journalistin Jutta Rosenkranz Mascha Kaléko (1907-1975) kennen. Das war vor gut 30 Jahren, als die heute als bedeutendste deutsche Lyrikerin geltende Mascha Kaléko noch weitgehend unbekannt geschweige erforscht war.

Jutta Rosenkranz liest (Foto: W. Daubner).

Eindrücklich und leidenschaftlich trug Jutta Rosenkranz die ausgewählten Gedichte und Texte Mascha Kalékos vor und spielte den rund 65 Zuhörenden Originaltonaufnahmen der Dichterin vor.

Mit Mascha Kalékos lyrisches Werk war der besondere Fokus der Lesereihe "Berliner Zeitzeugen" sehr gut abgedeckt: die jüdische Dichterin lebte vor ihrer Emigration nach New York 1938 in Berlin und kehrte nach dem zweiten Weltkrieg immer wieder für Vorträge und kurze Aufenthalte in die Stadt zurück. Detailliert beschreibt sie in ihren Werken etwa die Juli-Nächte an der Gedächtniskirche, das Flanieren über den Kurfürstendamm, der weitgehend kriegsunversehrt blieb sowie viele weitere lyrische Eindrücke vom Leben und Treiben in der Großstadt. Die wunderbar leicht zu Lesende und doch mit so viel Tiefgang versehene Lyrik der Mascha Kaléko sei "für jeden etwas", wie ihre Biographin Jutta Rosenkranz betonte und zog zur Lesung am 28. Januar vor allem weibliches Publikum an. Um jedoch Jutta Rosenkranz zu zitieren, ist "Mascha Kaléko für jeden etwas. Jeder und Jede sollte einmal Zeilen von ihr und über sie gelesen haben."

Ein wahrlich gelungener Abend, der viel zu kurz war.

K.J. Tillmann, J. Rosenkranz, F.Becker (Foto: W. Daubner).


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